Was tun, wenn Kunden aggressiv werden?
So schützen Sie Ihre Mitarbeitenden.
Es ist 18:30 an einem Freitagabend bei 32°C im Schatten. Sie sitzen an der Kasse, die Warteschlange ist lang und Sie bemerken einen Kunde, der beginnt sichtbar ungeduldig zu werden. Zunächst kommentiert er die Wartezeit lautstark, dann beschwert er sich bei anderen Wartenden über die Organisation des Marktes. Als eine Kundin vor ihm einen Moment braucht, um das Bargeld zu zählen, steigt seine Frustration weiter. Schließlich baut er sich vor Ihnen auf und motzt: „Diese Wartezeit ist unakzeptabel, wie unfähig muss man sein. (...)". Was eine unangenehme Situation.
Wie reagieren Sie auf diese Aggressivität professionell?
Wie entschärfen Sie die Situation ohne sich selbst in Gefahr zu begeben?
Wie entschärfen Sie die Situation ohne sich selbst in Gefahr zu begeben?
1. Grundsatz: Ruhe bewahren.
Auch wenn ein Kunde laut oder respektlos wird, hilft eine sachliche und ruhige Kommunikation dabei, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Dabei können deeskalierende und verständnisvolle Formulierungen helfen.
Einige Beispiele haben wir hier für Sie zusammengestellt:
- „Ich verstehe, dass Sie verärgert sind. Ich möchte Ihnen gerne helfen. Wenn der Umgangston respektvoll bleibt, können wir gemeinsam nach einer Lösung suchen.”
- „Ich merke, dass Ihnen diese Sache sehr am Herzen liegt. Ich möchte Ihnen sehr gerne helfen, aber das gelingt uns nur, wenn wir sachlich miteinander sprechen.“
- „Gerne helfe ich Ihnen mit Ihrem Anliegen weiter. Damit ich Sie besser verstehen kann, würde ich Sie bitten, ruhig zu bleiben.”
Solche Aussagen kommunizieren Verständnis, setzen aber auch klare Voraussetzungen dafür, wie sich der Kunde zu verhalten hat, damit Problemlösung möglich ist. Seien Sie darauf vorbereitet, dass sich nicht alle Kunden daran halten werden.
2. Grundsatz: Nicht alleine sein.
Stoßen Mitarbeiter in festgefahrenen oder hochgradig emotionalen Kundengesprächen an Grenzen, stellt die Weiterleitung an ein Teammitglied oder eine Führungskraft eine wirksame Deeskalationsmaßnahme dar.
Hier zwei Beispiele:
- „Ich würde Sie gerne meiner Vorgesetzten übergeben, denn er hat mehr Möglichkeiten, Ihnen weiterzuhelfen.”
- „Geben Sie mir bitte einen Moment, ich hole Ihnen einmal meinen Kollegen.”
Hier zwei Beispiele:Wieso ist diese Strategie besonders vorteilhaft?
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Entlastung und Selbstschutz der Mitarbeitenden: Beleidigungen, Bedrohungen oder anhaltende Unsicherheit belasten die Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit. Eine Übergabe schafft sofortigen Abstand zur Situation, senkt das akute Stressniveau und schützt vor emotionaler Überlastung.
Positive Wahrnehmung auf Kundenseite: Die Einbindung einer höhergestellten Person vermittelt dem Gegenüber Wertschätzung. Das Signal, dass das Anliegen auf Führungsebene bearbeitet wird, nimmt vielen Beschwerdeführern den Wind aus den Segeln und beruhigt die Dynamik spürbar.
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Erweiterter Handlungs- und Entscheidungsspielraum: Vorgesetzte besitzen in der Regel weiterreichende Befugnisse. Sie können Ausnahmeregelungen treffen, Sonderkulanzen gewähren oder Abteilungen direkt anweisen – Kompetenzen, die dem regulären Kundenservice fehlen, um verfahrene Konflikte rasch zu lösen.
3. Grundsatz: Vor- und Nachbereitung brenzliger Situationen
Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden jedoch nicht erst im Ernstfall unterstützen. Zuvor sollten Präventionsmaßnahmen getroffen werden, i.d.R. in Form eines Gewaltpräventionstrainings.
Ein professionelles Gewaltpräventionstraining von Dynamic Defence Concepts vermittelt Strategien, um Warnsignale frühzeitig zu erkennen, Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen und auch in stressigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Haben bereits Vorfälle stattgefunden oder treten aggressive Situationen regelmäßig auf, ist stattdessen ein Deeskalationstraining von Dynamic Defence Concepts sinnvoll. Unsere Schulungen stärken nicht nur die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden, sondern vermitteln ihnen auch das Vertrauen, schwierige Gespräche kontrolliert und professionell zu führen. Gleichzeitig können Sie zeigen, dass Ihnen die Sicherheit Ihrer Beschäftigten am Herzen liegt.
Auch nach dem Vorfall sollte das Ereignis nicht einfach abgehakt werden. Ein Nachgespräch im Team hilft dabei, den Ablauf zu reflektieren und mögliche Verbesserungen für zukünftige Situationen abzuleiten. Fühlt sich ein Mitarbeiter nach einem aggressiven Vorfall belastet, sollte ihm ausreichend Unterstützung angeboten werden. Eine offene Unternehmenskultur trägt dazu bei, dass belastende Erlebnisse nicht verschwiegen werden.
Alles auf einen Blick
Aggressive Kunden gibt es in nahezu jeder Branche. Mit klaren Abläufen, einer respektvollen Kommunikation und gut geschulten Mitarbeitenden lassen sich viele Konflikte jedoch entschärfen, bevor sie eskalieren.
Mit den Gewaltpräventionstrainings von Dynamic Defence Concepts erhalten Sie praktische Strategien und Übungen, wie in brenzligen Situationen zu reagieren ist. Dabei fließen die Erfahrungen von Ihnen und Ihren Mitarbeitern mit ins Training ein und genau deshalb sind Ihre Mitarbeiter danach bestens in der Lage ihre Handlungsfähigkeit zu behalten.